Avatar von Thomas Eckelmann

1918

Tief im Westen, fern der Heimat, nass und frierend hocken wir

in einem Graben voller Leichen, ich hab Angst wie jeder hier

die meisten bleiben 2, 3 Tage, bevor sie sterben, doch wofür

seh` den Horror schon seit Wochen denk ich bin schon immer hier

Ich brauch dringend was zu essen und finde dann in meiner Not

in der Hand von einem Toten, einen Kanten weiches Brot

Mit Blut und Wasser vollgesogen hebe ich den Kanten auf

schließ` die Augen, schluck` ihn runter, der Ekel würgt ihn wieder rauf

Und dann wieder das Inferno, Tod und Leid mit vielen Stimmen

und so sehr ich das auch will, ich kann dem leider nicht entrinnen

seh` einen Körper aufgerissen , der halbe Kopf am Balken klebt

Der Junge kam erst gestern an, er hat nicht lange überlebt

letztes Grummeln, letztes Blitzen, wen hat es jetzt noch erwischt

noch ein Schrei aus nächster Nähe, und ein Lebenslicht erlischt

wieder liegen viele Tote im Graben zwischen Schlamm und Dreck

Einer muss die Marken sammeln, die andern bring die Leichen weg

Ref

Holt uns hier raus, holt uns hier weg

für wen, für was,

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